Das war die #Learntec 2019

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Technologie und Bildung – beides wird immer stärker als Einheit betrachtet und integriert gedacht. Das spiegelt sich in der Erfolgsgeschichte der Learntec wider. Bereits zum 27. Mal hat die Kongressmesse in Karlsruhe stattgefunden und rekordverdächtige 11.600 Besucher und 340 Aussteller angezogen. Wir erinnern uns, letztes Jahr waren es nur 10.000 und im Jahr davor 7.500. Die Messe freut sich und hat schon das Re-Booking-Verfahren geändert, was nicht überall auf Zustimmung stieß. Doch die Messe will – so erfuhr CHECKpoint eLearning – mehr Ideengebern und Anbietern Raum geben; man erwartet weiteres Wachstum. Das setzt ein neues Bewußtsein voraus. Und genau dieses gewachsene Bewußtsein für die digitale Transformation in Kombination mit viel Gestaltungswillen war überall in Karlsruhe präsent. Das war die #Learntec 2019!

Aktives Lernen mit AR / VR

Entsprechend viele Themenfelder standen im Fokus: Zunächst Augmented und Virtual Reality mit einer eigenen Area. Torsten Fell vom Ersten deutsche Fachverband für Virtual Reality hat wirklich alles gegeben und das Thema als Pionier vorbildlich gepusht. Wer sich schnell Überblick verschaffen will, findet einen guten Einstieg mit Fells Infografiken und den dort gesammelten Einsatzbeispielen. Im Mittelpunkt standen darüber hinaus natürlich Inhalte und Tools rund um die berufliche Weiterbildung. Für die Anwendung speziell in der Hochschule haben auch wir uns wir uns unter dem Titel „Edtech-Trends: Aktives Lernen mit Augmented Reality“ schon intensiv Gedanken gemacht.

LearnTec 2019

E-Learning im Unternehmensumfeld – Vorbild für Hochschulen?

Ähnlich präsent war das Thema Lernen am Arbeitsplatz beziehungsweise Modern Workplace Learning. Jane Hart, Gründerin des Centre for Learning & Performance Technologies und eine der exponiertesten Referentinnen auf der #Learntec 2019, definiert im Interview mit IT-Daily: „Modern Workplace Learning umfasst drei Hauptbereiche in der Personalentwicklung: Die Förderung eines stetigen Lernprozesses, die kontinuierliche Verbesserung der Arbeit und den Zugang zu aktuellen Inhalten, Veranstaltungen und Erfahrungen.“ Jane Hart macht klar, dass berufliches Lernen weit über den eigentlichen Arbeitsplatz hinausgeht. Es beginnt vor der Arbeitsaufnahme mit Schule und Hochschule und begleitet Menschen ihr ganzes Arbeitsleben hindurch. Hochschulen beobachten die Entwicklung aufmerksam, besonders weil die Budgets hier „manches möglich machen, was erst Jahre später im Hochschulbereich zum Einsatz kommt“.

Agiles Lernumfeld oder der „Digital Learning Blend“

Ich bin da optimistisch: Die Entwicklung ist nämlich schneller als wahrgenommen. Hochschulen sind im Wandel, auch wenn etwa der Digitalpakt deutlich schneller kommen könnte. In diesem Jahr waren viele Entscheidungsträger von öffentlichen Hochschulen daran interessiert, die Transformation in der Lehre zu diskutieren. Angesichts der digitalen Lebens- und Arbeitswelt im 21. Jahrhunderts stellt sich nämlich die Frage nach der geeigneten digitalen Unterstützung für das Lernen ziemlich nachdrücklich. Prof. Marmann von der FH Düsseldorf schlug mit „Digital Learning Blend“ einen Begriff vor, der das Zielszenario für Bildungseinrichtungen genau beschreibt: Es geht um eine geplante und strukturierte Zusammenstellung digitaler Tools, die einen Workflow-basierten Lernprozess vollständig oder phasenbezogen begleiten.

Hierfür allerdings scheinen die traditionellen Learning Management Systeme (LMS) etwas in die Tage gekommen zu sein. Unsere Erfahrung aus Projekten mit Bildungseinrichtungen weltweit und die Gespräche auf der #Learntec besagen übereinstimmend: Wendige Lösungen sind gefragt. Lösungen, die nicht statisch Inhalten verwalten, sondern Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden fördern. Das LMS in modernisierter Form – also cloud-nativ, agil, einfach und mobil – bleibt Schlüsseltechnologie.

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Nicht die Technik, sondern ihr Nutzen zählt

Insgesamt nämlich geht es an den Hochschulen wie in der beruflichen Weiterbildung um Technik nicht um ihrer selbst willen oder um einzelne Lösungen. Gefragt sind Einsatzszenarien, etwa: Wie können Bildungseinrichtungen das Lernen mit Künstlicher Intelligenz, Big Data und Learning Analytics individualisieren? Andere Szenarien sind die Skalierung der Lehrkapazitäten, die Internationalisierung, Auf- und Ausbau von Weiterbildungskapazitäten oder mobiles Lernen. Wir von Canvas haben uns daher dieses Jahr breiter aufgestellt. Statt Canvas als Einzellösung in den Mittelpunkt zu stellen, haben wir das gesamte Portfolio von Instructure gezeigt. Damit steht ein Baukasten bereit, der sich für ganz verschiedene Einsatzszenarien eignet:

- Canvas für die kollaborative, virtuelle Lehre mit Studierenden

- Bridge für die Aus- und Weiterbildung innerhalb der Institution

- Arc für das Lernen mit Videos und

- Practice für videogestütztes Microlearning.

Unser Learning Ecosystem ist für das digitale Lernumfeld und den „Digital Learning Blend“ bestens geeignet, denn sie hält für jeden Einsatzzweck das passende Werkzeug bereit. Denn die Situationen der Hochschulen ist ja heterogen, was auch im Schwerpunkt der #Learntec zur digitalen Hochschule herausgearbeitet wurde.

Das war die #Learntec 2019: Inspiration und Strategie für die Hochschulen

Erhellend war der Bereich [email protected] 2019, den das Team von e-teaching.org wie letztes Jahr ganz hervorragend organisiert hat. Das Programm war breit, aber ich will zwei besondere Vorträge herausgreifen. Einmal die Rektorin der Fernuniversität Hagen, Prof. Dr. Ada Pellert. Mit entsprechendem Erfahrungshintergrund forderte Pellert dazu auf, digitale Medien zur Verbesserung der Lehre zu nutzen, indem man z.B. das Studium personalisiert und neue Wege der Lernbegleitung in allen Studienphasen schafft.

Technik umarmen, um besser zu werden – das habe ich hieraus mitgenommen. Gleichzeitig aber ist ein strategischer Ansatz nötig, wie Prof. Dr. Ulf Ehlers von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in seinem sehr praxisorientierten Vortrag ausführte. Ehlers hat viel Erfahrung und empfiehlt einen kombinierten Strategie-Prozess: Die Hochschul-Leitung beschließt die Richtung von oben, diese wird dann Bottom-up verfeinert. Die digitale Transformation der Hochschule ist nämlich ein komplexer Change-Prozess, der auch eine Governance-Struktur erfordert.

Governance-Struktur

Übrigens, brillant ist die Idee, Education Support-Zentren einzurichten. Das ist wohl der Weg, denn neue Technologien erfordern Unterstützer und neue Berufsbilder, so auch die Erfahrungen an anderen Hochschulen.

Das war für mich die #Learntec 2019: Technologie und Bildung zusammen denken und Gestaltungswillen für die digitale Transformation. Und Sie? Welche Eindrücke haben Sie von der #Learntec 2019 mitgebracht? Treten Sie mit uns in Kontakt, denn wir von Canvas suchen den Dialog. Sie können mich auch gerne direkt kontaktieren, meine Kontakdaten finden Sie auf LinkedIn

 

Es lebe das Lernen! 

Ihr Manuel Nitzsche

Regional Director, DACH